Das RWG diskutiert: Europa am Schreibtisch

Die zehnten Klassen des RWG diskutieren mit dem Europa-Abgeordneten Michael Bloss

 

In normalen Zeiten fahren alle zehnten Klassen des Richard-Wagner-Gymnasiums gemeinsam nach Berlin. Fester Programmpunkt auf dieser Klassenfahrt ist natürlich ein Besuch des Deutschen Bundestags mit anschließendem Gespräch mit einem oder einer Bundestagsabgeordneten. Aus bekannten Gründen kann das RWG in diesem Schuljahr nicht in die Hauptstadt fahren, doch den Gemeinschaftskundelehrerinnen Sarah Dußler und Elena Herz war es äußerst wichtig, den Schüler*innen dennoch Kontakt mit Politiker*innen zu ermöglichen. Und warum dann nicht gleich ein Vertreter des Europaparlamentes, wo doch die Europäische Union Thema der zehnten Klasse ist?

Michael Bloss c Patrick Haermeyer

Die Wahl fiel auf den Grünen Europa-Abgeordneten Michael Bloss aus Stuttgart, der seit 2019 Mitglied des Europäischen Parlamentes ist. Bloss politisierte sich nach eigenen Angaben in seiner Jugendzeit über private Kontakte. Sein Einstieg in die Politik gelang ihm über Organisationen wie Greenpeace, die Europäische Grüne Jugend und die Grüne Jugend, wo er sich schon in jungen Jahren engagierte. Im Europaparlament vertritt er die Grüne Fraktion im Ausschuss für die Industrie, Forschung und Energie sowie im Umweltausschuss. Sein großes Herzensthema ist die Klimaschutzpolitik und sein wichtigstes Ziel die Klimaneutralität Europas und damit die Erreichung des 1,5-Grad-Zieles. 

Der Europaabgeordnete Michael Bloss und die Gemeinsc haftkundelehrerinnen Elena Herz und Sarah Dußler sm

Nach einer kurzen Vorstellung seines Werdegangs durften die Zehntklässler*innen Fragen an den Europaparlamentarierer stellen, der sich von seinem Schreibtisch in Stuttgart aus in die Videokonferenz des RWG zugeschaltet hatte. Die Schüler*innen zeigten mit ihren fachspezifischen Fragen, dass sie sich sehr gut auf das Gespräch vorbereitet hatten. Viele Fragen drehten sich um die Themen Klima- und Umweltschutz: CO2-Steuer, E-Mobilität, Ladestationen für Elektro-Autos, Plastikmüll wurden angesprochen, aber ebenso Themen, die weit darüber hinausgehen wie das Bedingungslose Grundeinkommen und die Aufarbeitung der europäischen Kolonialgeschichte. Bloss erhielt außerdem die Möglichkeit, sein dringlichstes Vorhaben für die nächsten Jahre, den EU-Emissionsrechtehandels so zu reformieren, dass er gerechter und effizienter werde, darzulegen. Die Videoschalte mit dem Politiker wurde von den Schüler*innen sehr positiv aufgenommen. Das Gespräch stellte nicht nur eine Abwechslung zum Online-Unterricht dar, sondern ermöglichte ihnen Einblicke in das Leben eines EU-Abgeordneten und viele inhaltliche Fragen. „Man merkt Michael Bloss an, wie sehr er für sein Herzensthema, den Klimaschutz, brennt“, erklärt die Zehntklässlerin Leonie Gress. „Es ist interessant zu sehen, wie so ein politischer Werdegang aussehen kann und dass man es zu etwas bringen kann, wenn man sich wirklich engagiert  für eine Sache einsetzt.“

Zehntklasslerinnen und Zehntk lässler des RWG mit ihren Gemeinschaftskundelehrerinnen Elena Herz und Sarah Dußler

„Das ist immer spannend für die Schüler*innen, wenn sie nicht nur theoretisch, über die Lehrbücher, in Kontakt mit der Politik kommen, sondern sie direkt erleben dürfen. Sie sehen dann, dass Politiker*innen Menschen aus Fleisch und Blut sind, die für ihre Ziele kämpfen. Es ist mir sehr wichtig, im Gemeinschaftskundeunterricht positive Politikerlebnisse zu vermitteln“, erklärt Sarah Dußler. 

Obwohl das Gespräch für die zehnten Klassen sehr gewinnbringend gewesen ist, hofft man inständig, im nächsten Jahr wieder gemeinsam in die Hauptstadt fahren zu können. Trotzdem wolle man die Diskussion mit einem Vertreter des Europäischen Parlamentes beibehalten.