RWG gedenkt der Holocaust-Opfer

„Das Leben hat erst in England wieder angefangen“

RWG gedenkt der Holocaust-Opfer / Zeitzeugin Eva Mendelsson berichtet

 

Anlässlich des Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz berichtete Zeitzeugin Eva Mendelsson am Dienstag, den 28.01.2020 den Schülerinnen und Schülern der Kursstufe 1 des Richard-Wagner-Gymnasiums von ihren Erfahrungen als jüdisches Kind in der Nazi-Zeit. Die 84-jährige stammt aus Offenburg und lebt heute in England. Die Judenverfolgung unter dem NS-Regime beraubte sie nicht nur ihrer Kindheit, sondern brachte sie selbst ins Lager nach Gurs (Südfrankreich) und Schwester und Mutter in die Gaskammern von Auschwitz.

Zeitzeugin

v.l.n.r. Eva Mendelsson-Cohn, Lehrerin Anke Flesch

Und doch ist Eva Mendelsson keineswegs gebrochen. Ihr Leben, die Verpflichtungen und die drei eigenen Kinder halten sie in Bewegung, die Vorträge, die sie seit 30 Jahren in Schulen hält, helfen ihr nun auch im Alter, alles zu verarbeiten. Sie wirkt nicht verbissen oder verzweifelt, sondern spricht eindringlich und anschaulich. Sie meint, dass „Hitler nicht alles geschafft hat“. Sie und ihre Schwester Myriam haben ihre eigenen Familien gegründet und darüber ist sie sehr froh. Ihr ist es heute wichtig, ihre Erinnerungen weiterzugeben, um eine Wiederholung der Geschichte zu vermeiden. Sie selbst hat nie den Glauben und die Hoffnung verloren. Es brauche heute „Menschen, die keine Mitläufer sind, die aufstehen und sich wehren“.

Insgesamt war es eine sehr beeindruckende Aktion, die bereits durch Gedenkveranstaltungen für die Mittel- und Unterstufe mit Schweigeminute am Montag eingeleitet worden war.