Beitrag Schülerzeitung 2020: US-Präsidentschaftswahl: Trump- der Tragödie letzter Teil?

Am 3. November schlossen die Wahllokale und schon wenige Stunden später verkündete der amtierende Präsident derVvereinigten Staaten, wie gewohnt via Twitter, er habe die Wahl „offen gesagt schon gewonnen“. Dabei war erst ein Teil der Stimmen ausgezählt.  Der demokratische Kandidat und Herausforderer Joe Biden hielt sich bedeckt und pochte darauf, das Endergebnis abzuwarten. 

Dieses Endergebnis steht nun endlich fest. Biden gewinnt 306 electoral votes hauptsächlich im Nordosten und der Westküste des Landes, während Trump seine 232 electoral votes im Landesinneren, sowie im Süden sammeln konnte. Das amerikanische Wahlsystem funktioniert, anders als das deutsche Wahlrecht, nicht nach der Verhältnisregel. In den USA gilt das Prinzip „the winner takes it all“. Jeder der 50 Bundesstaaten bekommt, bemessen an der Anzahl der Bevölkerung, eine bestimmte Anzahl an Wahlmännerstimmen ( oder ´electoral votes`), die je nachdem, welcher Kandidat in eben jenem Staat die Mehrheit der Stimmen bekommt, alle an den betreffenden Präsidentschaftsanwärter gehen. Insgesamt sind 538 electoral votes zu verteilen, ein Kandidat braucht also mindestens 270 Wahlmannstimmen, um die Wahl für sich zu entscheiden.

In vielen Bundesstaaten lief die Wahl wie erwartet, da die meisten Distrikte entweder sehr stark republikanisch oder demokratisch geprägt sind. In einigen Staaten, den so genannten swing oder toss-up states, ist das Rennen allerdings knapp, da die betreffenden Staaten keine klare historische Tendenz zu einer der beiden Parteien zeigen. Das Gewinnen der swing states ist also entscheidend für den Wahlsieg. Während es in den ersten Tagen nach der Wahl noch so aussah, als würde Trump die meisten toss-ups  gewinnen, konnte Joe Biden mit dem Eintreffen der Briefwahlstimmen, die laut Studien eher demokratisch ausfallen, Donald Trumps Vorsprung aufholen und letztlich viele der wackeligen Staaten für sich entscheiden. Der Gewinn von Pennsylvania und den damit verbundenen 20 Wahlmännern besiegelte Bidens Sieg. 

Somit reihte sich Donald Trump in die Liste der 10, nun 11 Präsidenten der US-Geschichte ein, die nicht wiedergewählt wurden. Der Präsident hat bisher weder die Wahl anerkannt, noch die nötigen Schritte zur Amtsübergabe eingeleitet. Außerdem laufen noch in mehreren Bundesstaaten Klagen der Trump-Regierung, die zu Neuzählungen oder zum Nichtzählen gewisser Briefwahlzettel führen sollen. Am 20. Januar 2021 endet die Präsidentschaft des Republikaners und die Familie Trump muss aus dem Weißen Haus ausziehen.

Ist das Ende der Trump -Ära damit endgültig, oder plant er ein Comeback 2024?  Man weiß es nicht. Doch was sicher ist, ist dass, das Duo Joe Biden und Kamala Harris, die sowohl als erste Frau im Amt der Vizepräsidentin als auch schwarze Amerikanerin und Tochter einer indischen Mutter Repräsentation benachteiligter Gruppen schafft, nicht nur einen Scherbenhaufen, sondern einen ganzen Müllberg zu beseitigen hat.

Marisa Stolz