Nele: „Wofür sind Sie an unserer Schule da?"
Frau König: „Ich bin für alles da, was die Kinder bedrückt, aber auch für die Lehrer und Eltern. Das heißt zum Beispiel: Probleme mit Mitschülern, Probleme in der Klasse, Probleme mit sich selbst und Probleme mit den Eltern. Das sind die Themen, mit denen die Schüler zu mir kommen. Die Lehrer wenden sich eher an mich wegen mancher Klassen, die sehr schwierig und laut sind, oder auch wegen einzelner Schüler, die immer dünner werden, immer zu spät oder gar nicht mehr kommen. Die Eltern kommen aus ähnlichen Gründen, zum Beispiel wenn sie zu Hause Probleme haben oder es Todesfälle gibt. Außerdem bin ich dafür zuständig, in den Klassen Präventionsprojekte mit den Schülern durchzuführen – dazu bin ich allerdings leider noch nicht gekommen."
Sophia: „Wo kann man Sie finden?"
Frau König: „Ich bin von Montag bis Donnerstag im Raum 3107. Wenn die Tür offen ist, kann man einfach hereinkommen."
Nele: „Wie lange arbeiten Sie schon an unserer Schule?"
Frau König: „An dieser Schule bin ich seit August letzten Jahres, aber in der Sozialarbeit bin ich schon seit 2015 tätig. Bisher habe ich – mit Ausnahme einer Grundschule – nur an Gymnasien gearbeitet."
Sophia: „Was haben Sie studiert? Und haben Sie Abitur?"
Frau König: „Ich habe Sozialpädagogik studiert, und ja, ich habe mein Abitur gemacht."
Nele: „Warum sind Sie Sozialarbeiterin geworden?"
Frau König: „Ich wusste lange nicht, was ich machen möchte, und habe überlegt, ob ich einen Beruf suchen soll, in dem man viele verschiedene Tätigkeiten ausüben kann. Da man in der Sozialpädagogik genau das tun kann, bin ich auf diesen Beruf gekommen. Bevor ich an dieser Schule angefangen habe, habe ich mit Obdachlosen gearbeitet. Danach war ich für kurze Zeit in der Betreuung von Langzeitarbeitslosen tätig, und ich habe außerdem in der Straffälligenhilfe mit entlassenen Häftlingen zusammengearbeitet. Ich war also ein wenig auf der Suche nach einem abwechslungsreichen Beruf."
Sophia: „Was finden Sie am RWG toll?"
Frau König: „Zunächst einmal finde ich das Schulgebäude sehr schön. Außerdem finde ich es toll, dass mich bisher jede Schülerin und jeder Schüler freundlich und nett gegrüßt hat. Auch die Schulleitung, das Sekretariat, die Strukturen und die Fahrtenwoche gefallen mir hier sehr gut. Es herrscht einfach eine sehr gute Atmosphäre, und man fühlt sich wohl."
Nele: „Welche Unterstützung können Sie den Schülerinnen und Schülern in solchen Situationen anbieten?"
Frau König: „Ich biete den Schülerinnen und Schülern an, zu mir zu kommen, damit wir uns über ihre Situation unterhalten können. Dabei unterliege ich der sogenannten Schweigepflicht – das heißt, ich darf das, was mir anvertraut wird, nicht weitererzählen. Ich arbeite außerdem mit vielen Einrichtungen zusammen, zum Beispiel mit der psychologischen Beratungsstelle, falls jemand mehr als nur ein Gespräch braucht, oder mit dem Jugendamt. Ich kann also auch weitervermitteln. Ich selbst bin nur Sozialarbeiterin, keine Therapeutin, aber ich kann die Kinder zu einem Termin begleiten oder sie einfach beraten."
Nele und Sophia: „Vielen Dank für Ihre Zeit!"
Von Nele und Sophia, 6c