Sechs Stunden Deutsch-Vorabiklausur, dann direkt in den ICE – für vier K2-Schüler:innen begann das Abenteuer VEMUN 2026 genau so, wie es weitergehen sollte: ohne Verschnaufpause.
Unmittelbar nach der sechsstündigen Deutsch-Vorabiklausur am 13. März 2026 treten vier Schüler:innen der K2 in Begleitung von Frau Glas gemeinsam den Weg zur diesjährigen VEMUN-Konferenz in Versailles an.

Nach einer stressigen Sitzplatzsuche im ICE und sehr langer Verspätung in Karlsruhe geht die Reise erst richtig los - nach vielen, vielen Stunden erreichen wir endlich unser Hotel in Versailles-Chantiers. Doch mit Schlafen wird es erstmal nichts: wir verbringen den Abend mit Vorbereitungen für den morgigen Tag im Lycée Franco-Allemand in Buc.
VEMUN – das steht für „Versailles Model United Nations“. Das Konzept ist recht komplex. Den „Delegates“ Rhea, Nils, Katharina und mir (Simona) werden unterschiedliche Rollen zugeteilt, wir alle vertreten bei der Konferenz ein unterschiedliches Land und müssen dessen Position bei den verschiedensten Themen vertreten. Kern der Konferenz ist das Frage „Guaranteeing Governance in the Global Future: What role for Europe?“, die Bandbreite an Themen ist groß – Drohnenrichtlinien, Klimawandel, Kryptowährungen und noch vieles mehr. Wir alle sind unterschiedlichen Komitees zugeteilt, in denen wir unsere Position kundtun müssen. Am Ende werden, gemäß UN-Richtlinien, Gesetzesentwürfe erarbeitet und über diese abgestimmt.

Doch der erste Tag ist noch etwas lockerer – eine Eröffnungszeremonie mit Live-Musik, ein leckeres gemeinsames Essen und Reden von den „expert speakers“, ehemalige Mitglieder des EU-Parlaments. Anschließend wird sich in den Komitees erst einmal vorgestellt, die Experten präsentieren eine Krise, über die diskutiert werden soll. Der Ablauf erscheint zunächst sehr förmlich, doch etwas, womit keiner von uns gerechnet hat, lockert die Stimmung sehr schnell auf – die „punishments“. Schlimme Vergehen wie Zuspätkommen oder formelle Fehler werden mit Singen, Tanzen oder auch etwas seltsameren Dingen „bestraft“. Die Strafen sind ohne Zweifel das Highlight der Konferenz. Abends treffen sich die Komitees zum Dinner in verschiedenen Restaurants, wo man sich beim netten Zusammensitzen gut kennenlernen kann. Nach dem Essen machen wir uns auf den Weg zum Hotel, wobei wir noch einen schnellen Zwischenstopp für einen Nachtisch einlegen, was die nächsten Tage noch öfter passieren wird. Sehr erschöpft gehen wir natürlich schon früh ins Bett, denn morgen folgt der mit Abstand längste und anstrengendste Tag.

Angekommen im Lycée Notre-Dame du Grandchamps in Versailles geht es direkt weiter mit den Diskussionen, Reden und zahlreichen Bestrafungen in den Komitees. Zwischendurch werden selbstverständlich Pausen eingelegt. Doch nach dem Ende der Diskussionen um 17 Uhr ist der Tag noch lange nicht vorbei – gemeinsam begeben wir uns zum „social event“ in einem Nachtclub, wo sich früher die Gefängnisse des Sonnenkönigs befanden.

Danach wird natürlich noch ein Stopp bei unserem Lieblingsrestaurant eingelegt. An diesem Abend steht außerdem noch Koffer packen auf dem Programm, denn nach der morgigen Abschlusszeremonie geht es für uns schon wieder zurück nach Hause. Früh morgens machen wir uns samt Gepäck bei herrlichem Wetter auf dem Weg ins berühmte Schloss von Versailles. Nachdem wir die etlichen Sicherheitskontrollen passiert haben, geht es direkt los mit weiteren Diskussionen und Reden der Delegates.
Das Thema des Tages ist topaktuell – Künstliche Intelligenz. Nachdem ausführlich Gesetze besprochen und Delegates bestraft wurden, folgt ein etwas traurigerer Teil – die Abschlusszeremonie. Reden und Danksagungen der Veranstalter:innen, Fotos und Anekdoten. Auch wenn die letzten Tage durchaus anspruchsvoll waren, sind wir alle auch etwas traurig, dass wir nun die Heimreise antreten müssen. Bis unser Zug fährt, haben wir noch etwas Freizeit. Gemeinsam erkunden wir Paris und essen bei wunderbarem Wetter im Schlossgarten unseren Proviant.
Doch schließlich sitzen wir im ICE in Richtung Stuttgart, gegen 21 Uhr am Sonntag kommen wir in Karlsruhe an. Für uns alle war es ein sehr amüsantes, schönes und einprägsames Erlebnis. Wir konnten nicht nur unsere Sprachkenntnisse in Englisch und Französisch unter Beweis stellen, sondern uns auch in einem sehr professionellem und gemeinschaftlichen Umfeld aktuellen, weltpolitischen Themen widmen. An dieser Stelle einen großen Respekt an die vielen Organisatoren und Freiwilligen, die das Event auf die Beine gestellt haben. Unser Dank geht vor allem an Frau Glas, die monatelang Vorbereitungen getroffen hat und uns diese Erfahrung überhaupt erst ermöglicht hat.
Vielen, vielen Dank von uns allen! Wir hoffen sehr, dass in Zukunft noch weitere Schüler:innen die Möglichkeit für so eine besondere Erfahrung bekommen.
Simona Maus